Israels Sicherheitskabinett befasst sich nach Berichten vom Mittwoch mit einer möglichen Feuerpause im Libanon. Eine offizielle Bestätigung eines unmittelbar bevorstehenden Waffenstillstands gibt es bislang nicht.
Israel prüft nach übereinstimmenden Berichten aus offiziellen und israelischen Medienquellen die Möglichkeit einer Feuerpause im Libanon. Nach Angaben von Reuters soll das israelische Sicherheitskabinett am Mittwochabend über ein mögliches Arrangement beraten. Zugleich berichtete die Jerusalem Post unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Vertreter, dass derzeit kein bestätigter Plan für einen unmittelbar bevorstehenden Waffenstillstand bestehe.
Hintergrund der aktuellen Beratungen ist die diplomatische Öffnung, die die israelische Regierung bereits in der vergangenen Woche öffentlich gemacht hatte. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte am 9. April, er habe das Kabinett angewiesen, so bald wie möglich direkte Verhandlungen mit dem Libanon aufzunehmen. Nach Darstellung des Büros des Ministerpräsidenten sollen sich diese Gespräche auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Herstellung friedlicher Beziehungen zwischen beiden Staaten konzentrieren.
Auch aus dem Außenministerium kamen zuletzt Hinweise auf die anstehenden Gespräche. In einer Mitteilung vom 13. April erklärte Außenminister Gideon Sa’ar vor seiner Reise in den Libanon, dass der Dialog zwischen Israel und dem Libanon am folgenden Tag beginnen solle; zugleich verwies das Ministerium auf Israels fortgesetzte Sicherheitsoperationen gegen die Hisbollah.
Israelische Medien berichteten am Mittwoch parallel über widersprüchliche Signale rund um eine mögliche Feuerpause. Während die Times of Israel meldete, das Sicherheitskabinett werde sich mit einer möglichen Waffenruhe befassen, schrieb die Jerusalem Post, ein israelischer Vertreter habe einen bereits feststehenden kurzfristigen Waffenstillstand dementiert. Damit bleibt der Stand aus israelischer Sicht vorerst: Es gibt Beratungen und diplomatische Kontakte, aber noch keine offiziell verkündete Feuerpause.
Zeitgleich betonte die militärische Führung, dass die Einsatzbereitschaft bestehen bleibe. Nach Angaben der Times of Israel, die sich auf Aussagen des IDF-Generalstabschefs Eyal Zamir stützt, wurden neue Einsatzpläne für den Libanon und für Iran gebilligt. Das unterstreicht, dass die politische Prüfung einer Feuerpause derzeit parallel zu laufenden militärischen Vorbereitungen stattfindet.
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Quellenbasis
Primärquellen: Büro des israelischen Ministerpräsidenten auf gov.il; israelisches Außenministerium auf gov.il.
Sekundärquellen zur Einordnung und Gegenprüfung: The Jerusalem Post, The Times of Israel, Reuters.

